Nervig aber wichtig: Das Backup der eigenen Daten. Daran wie wichtig eine Datensicherung gewesen wäre, denkt man oft erst wenn es zu spät ist und sich alle Fotos nun auf der defekten Festplatte befinden. In diesem Artikel erklären wir in möglichst einfachen Worten, wie man regelmäßige Datensicherungen anlegt und welche Möglichkeiten der Sicherung es grundsätzlich gibt.

Möglichkeiten der Datensicherung

Zunächst: Es gibt nicht “die einzig richtige” Methode um die eigenen Daten zu sichern. Je nach Datenmenge, Wichtigkeit der Daten und natürlich auch je nach Summe, die man ausgeben möchte, hat man verschiedene Möglichkeiten – alle Methoden haben ihre Vor- und Nachteile.

Wir gehen auf die drei aus unserer Sicht wichtigsten Möglichkeiten der Datensicherung ein, die sich natürlich auch kombinieren lassen:

  • Datensicherung auf einer externen USB-Festplatte
    Die Daten werden regelmäßig auf einer externen Festplatte gesichert.
  • Backup in einem Online-Speicher
    Alle Fotos (und bei Bedarf sonstige Daten) werden regelmäßig im Netz bei einem Online Backup-Service gesichert.
  • Sicherung auf einem Netzwerkspeicher
    Die Daten werden regelmäßig im eigenen Zuhause/Netzwerk auf einem Netzwerkspeicher (NAS) gesichert.

Datensicherung einrichten

Je nach genutztem Betriebssystem unterscheiden sich natürlich die Schritte, die für die Einrichtung einer regelmäßigen Datensicherung notwendig sind. Da es sehr viele unterschiedliche Möglichkeiten und Backup-Programme gibt, konzentrieren wir uns auf die Sicherungsmöglichkeit die bei Windows mitgeliefert wird – es gibt aber auch andere Software wie zum Beispiel die Software Macrium Reflect, die für den privaten Gebrauch kostenlos ist. Grundsätzlich benötigt man also zunächst eine Software, welche die Daten dann möglichst automatisch und regelmäßig auf das Sicherungsziel kopiert. Bei Windows 10 findet man das mitgelieferte Programm unter “Einstellungen” -> “Update und Sicherheit”, dann auf “Sicherung” klicken.

Datensicherung auf einer externen USB-Festplatte

Zunächst muss die USB-Festplatte (oder einen USB-Stick, je nach Datenmenge) angeschlossen werden und die Sicherungsoption in Windows 10 überhaupt aktiviert werden. Dazu fügt man unter “Sicherung” zunächst ein Laufwerk hinzu. Anschließend wird nach angeschlossenen Laufwerken gesucht, die sich für eine Sicherung eigenen – hier wird nicht die Festplatte angezeigt, auf der Windows installiert ist, sondern nur andere Datenträger, also auch das angeschlossene USB-Laufwerk. Hier wählt man also das USB-Laufwerk aus und wechselt zurück in das Haupt-Fenster “Sicherung”. Hier ist die Sicherung nun aktiviert (“Meine Daten automatisch sichern: ein” und man kann durch einen Klick auf “weitere Optionen” noch genauere Einstellungen vornehmen.

Zunächst sollte der Sicherungsintervall eingestellt werden. Hier hat man die Möglichkeit zwischen “alle 10 Minuten” und “Täglich” verschiedene Zeitintervalle auszuwählen. Für die meisten Anwender sollte hier eine tägliche Sicherung ausreichen. Darunter befindet sich direkt die Auswahlmöglichkeit dafür, wie lange die jeweilige Sicherung auf dem USB-Laufwerk gespeichert bleiben soll. Hier hat man die Wahl zwischen “bis Platz benötigt wird”, verschiedenen Zeiträumen in Monaten und Jahren und der Einstellung “immer”.
Je nach Größe der USB-Festplatte (z.B. eine Western Digital 4TB USB 3.0-Festplatte*) sollte man hier ruhig einen Monat oder mehr wählen, damit man zum Beispiel versehentlich gelöscht Daten später noch mal wiederherstellen kann.

Datensicherung in Windows 10 einrichten
Datensicherung in Windows 10 einrichten

Windows wählt einige Ordner automatisch aus, die gesichert werden sollen – möchte man einzelne Ordner davon nicht sichern, klickt man diesen in der Liste an und drückt anschließend auf “entfernen”. Leider lassen sich nicht alle Ordner auf einmal aus der Liste entfernen, was unpraktisch ist wenn man zum Beispiel nur einen einzelnen Ordner regelmäßig sichern möchte, der alle Fotos enthält. Weitere Ordner lassen sich der Liste hinzufügen, indem man oben am Anfang der Liste auf “Ordner hinzufügen” klickt.

Wenn man alle Einstellungen vorgenommen hat, kann man den Sicherungsvorgang mit einem Klick auf “Sichern” starten. Nachdem die erste Sicherung durchgeführt wurde, werden die weiteren regelmäßigen Sicherungen dann automatisch durchgeführt.

Die gesicherten Daten lassen sich bei Bedarf über “Sicherung” -> “weitere Optionen” -> “Dateien von einer aktuellen Sicherung wiederherstellen” wiederherstellen.

Vorteile der Sicherung mit Windows 10 “Boardmitteln”:

  • Software wird bei Windows 10 mitgeliefert

Nachteile:

  • Sicherungsvorgang dauert sehr lange
  • Keine Anzeige über den Fortschritt der Sicherung
  • Sehr weinig Einstellungsmöglichkeiten

Als sehr gute Alternative bietet sich zum Beispiel die oben bereits erwähnte Software “Macrium Reflect” an, die für den privaten Gebrauch kostenlos ist. Hier lässt sich zum Beispiel einstellen, ob und wenn ja wie die Sicherung komprimiert und/oder verschlüsselt werden soll. Außerdem ist die Software wesentlich schneller – wir empfehlen daher, die Datensicherung lieber gleich mit Macrium Reflect oder zum Beispiel der Software von Acronis durchzuführen.

Backup in einem Online-Speicher

Wer eine schnelle Internetverbindung hat, kann seine Daten auch online sichern. Hier muss man zunächst unterscheiden, ob man große Datenmengen (zum Beispiel die gesamte Festplatte) sichern möchte, oder nur einzelne Ordner.

Einige Anbieter mit den wichtigsten Eigenschaften in der Übersicht:

Strato Hi-Drive (14,99€ / Monat, bis zu 2 TB Speicher)

  • Sicherung einzelner Odner möglich (kein Festplatten-Abbild)
  • Daten werden in Deutschland verschlüsselt gespeichert
  • Daten-Historie über 20 durchgeführte Backups

Link zum Anbieter

Hosteurope Online-Backup (9,99€ / Monat, 2 TB Speicher)

  • Vollständige Sicherung der Festplatten möglich
  • Daten werden verschlüsselt gespeichert (in Köln oder Straßburg – war leider nicht zu ermitteln)
  • Daten-Historie über 20 durchgeführte Backups

Link zum Anbieter

Hosteurope Online Backup (Screenshot der Webseite)
Hosteurope Online Backup (Screenshot der Webseite)

Google Drive – für einzelne Ordner (100GB für 1,99€ / Monat, 1TB für 9,99€ / Monat)

  • Sicherung einzelner Odner möglich (kein Festplatten-Abbild)
  • Keine Versionierung der gespeicherten Daten
  • Daten werden in den USA gespeichert

Link zum Anbieter

BackBlaze (unbegrenzter Speicher, 5$ / Monat oder 50$ / Jahr)

  • Vollständige Sicherung der Festplatten möglich
  • Daten werden verschlüsselt in den USA gespeichert.
  • Unbegrenzter Speicher
  • Daten-Historie über 30 Tage

Link zum Anbieter

Vor- und Nachteile der Cloud-Sicherung

  • + Keine eigenen Geräte zur Sicherung notwendig
  • + Daten sind selbst bei einem Brand oder bei Einbruch im eigenen Zuhause sicher im Online-Backup
  • – Datensicherung dauert sehr lange
  • – Man muss sich voll auf den Cloud-Anbieter verlassen (Thema Datenschutz und Sicherheit)

Datensicherung auf einem Netzwerkspeicher

Wer seine Daten lieber auf einem eigenen System und nicht in der Cloud speichern möchte, findet auf dem Markt verschiedene Netzwerkspeicher (NAS – network attached storage). Ein Netzwerkspeicher ist ein Mini-Computer, der mit mindestens einer Festplatte ausgestattet ist und im eigenen Netzwerk zur Sicherung der Daten eingesetzt werden kann. Im Gegensatz zu USB-Festplatten bieten die verschiedenen Netzwerkspeicher je nach Gerät zusätzliche Funktionen wie Video- oder Musik-Streaming über das Netzwerk, E-Mail oder Web-Server und vieles mehr an. Der eigentliche Vorteil bei der Sicherung von Daten liegt allerdings an der höheren Ausfallsicherheit gegenüber einer einzelnen USB-Festplatte – vorausgesetzt man nutzt einen Netzwerkspeicher mit mindestens 2 Festplatten. Ein NAS mit 2 Festplatten kann (je nach Konfiguration) die Daten gleichzeitig auf beiden Festplatten speichern – fällt eine der beiden Festplatten aus, befindet sich eine exakte Kopie (Spiegelung) dieser Festplatte auf der zweite Platte.

Wir haben selbst sehr gute Erfahrungen mit den Geräten von Synology gemacht, die wir insbesondere aufgrund der guten Software zur Einrichtung und Verwaltung empfehlen können und die bei uns seit Jahren als ein Teil der Backup-Strategie genutzt wird.

Die Datensicherung auf einem NAS funktioniert ähnlich wie die Nutzung einer USB-Festplatte. Hier wird als Datensicherungsziel in der Backup-Software dann ein Laufwerk angegeben, das zuvor auf dem Netzwerkspeicher erstellt und freigegeben wurde. Es gibt bei derartigen Geräten die Möglichkeit diese nicht nur als Sicherungsziel für vollständige Sicherungen in einer Backup-Software anzugeben, sondern den Speicher auch zur Synchronisation von einzelnen Ordnern zu nutzen – praktisch wie Google Drive oder Dropbox, aber im eigenen Netzwerk. Hierbei handelt es sich genau genommen dann nicht um eine “echte” Datensicherung, da so keine Daten-Historie gespeichert wird und dadurch i.d.R. kein Schutz vor unbeabsichtigtem Löschen von Daten besteht.

Wir sichern selbst wöchentlich alle Daten auf einem NAS von Synology (Vorgänger der Synology DS218*), welches dann automatisch per USB auf eine externe Festplatte gesichert wird. Da bei einem Brand oder bei einem Einbruch somit alle Sicherungen gefährdet wären, werden zumindest alle fertig bearbeiteten Fotos, Dokumente und andere wichtige Daten vom PC aus verschlüsselt bei Google Drive gespeichert. Denkbar wäre, die USB-Festplatte mit dem gesicherten NAS-Inhalt regelmäßig an einem anderen Ort zu lagern und jeweils im Wechsel dann das NAS auf eine weitere externe Festplatte zu sichern.

Vorteile der Datensicherung auf einem eigenen Netzwerkspeicher

  • Relativ hohe Geschwindigkeit bei der Datensicherung (je nach Gerät und Netzwerk)
  • Sicherung großer Datenmengen und kompletter Festplatten möglich
  • Zusätzliche Funktionen wie zum Beispiel Musik- und Videostreaming (je nach Gerät)
  • Daten bleiben unter der eigenen Kontrolle
  • Einrichtung für unerfahrene Nutzer komplizierter als USB-Laufwerk

Nachteile

  • Kosten für NAS und Festplatten
  • Verlust der Datensicherung bei Blitzschlag, Brand oder Einbruch möglich
Angebot

Letzte Aktualisierung am 22.07.2018 / Affiliate Links* / Bild: Amazon

Fazit – welche Sicherungsart für wen?

Die vorgestellten Möglichkeiten zur Datensicherung haben jeweils ihre Vor- und Nachteile. Wichtig ist grundsätzlich zunächst mal überhaupt eine Datensicherung zu besitzen, egal ob auf einer USB-Festplatte, bei einem Cloud-Anbieter oder auf einem Netzwerkspeicher. Wenn diese Sicherung dann noch halbwegs aktuell ist, hat man schon die schlimmste Katastrophe verhindert.

Abhängig davon, wie wichtig die Daten sind, wie viel Geld man ausgeben möchte und wie groß die zu sichernde Datenmenge ist, sind die beschriebenen Möglichkeiten mehr oder weniger geeignet. Für die meisten Anwender, die nicht viel Geld ausgeben möchten und wenig oder keine Erfahrung mit Netzwerken und NAS-Systemen haben, bietet sich sicherlich eine einfache Sicherung auf USB-Festplatten an – dabei aber bitte nicht alle Sicherungen immer auf die gleiche Festplatte speichern lassen und diese Platte dann auch noch angeschlossen am PC lassen (Gefahr durch Überspannung). Es sollten mindestens zwei Festplatten im Wechsel benutzt werden, von denen eine möglichst an einem anderen Ort (im Idealfall ein anderes Gebäude) gelagert wird.

 

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Autor

Martin

Martin

Spezialisiert auf Landschaftsfotografie, insbesondere in Skandinavien, Benelux, Deutschland. ->Equipment

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