Die Mosel bietet neben der schon sehr bekannten Moselschleife bei Bremm einige weitere fotografisch interessante Orte. An einem Wochenende habe ich mich sehr früh auf eine kleine Foto-Tour nach Cochem gemacht, um die kleine Stadt mit der markanten Reichsburg zu fotografieren.

Anfahrt

Cochem erreicht man am besten von der Autobahn A48 aus und fährt dann ab Ausfahrt Kaisersesch noch 11km bis zum Ort. Man kann den Trip nach Cochem auch gleich noch mit einem Besuch der Burg Eltz verbinden, die nur 30 Minuten entfernt bei Wierschem liegt.

Übersichtskarte Cochem - Karte: Openstreetmap
Übersichtskarte Cochem – Karte: Openstreetmap

Um eine bessere Übersicht zu erhalten, gibt es hier die Direkt-Links zu weiteren Karten:

-> Karte bei OpenStreetMap
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Parken

Es gibt in Cochem mehrere Parkmöglichkeiten, von denen man zu Fuß sehr schnell das Ufer der Mosel und die Brücke erreichen kann. Es gibt viele Parkmöglichkeiten auf dem großen Parkplatz am Carlfritz-Nicolay-Platz (Nähe Brücke), an der Uferstraße, oder im Parkhaus (Endertstraße 20, 56812 Cochem). Wer sehr früh am Morgen ankommt, wird problemlos Parkplätze finden.

Motive

Das Haupt-Motiv ist in Cochem sicherlich die Reichsburg auf dem Hügel über der Stadt, die besonders bei leichtem Nebel sehr interessant und “mystisch” aussieht. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Burg mit den alten Häusern im Vordergrund zu fotografieren. Gegenüber der Burg gibt es einen Aussichtspunkt auf einem Berg, den man in ca. 20 Minuten zu Fuß vom Wanderparkplatz “Conder Höhe” (an der K59) aus erreicht. Von dort aus hat man einen guten Blick auf die Burg, was besonders bei tief hängendem Nebel fotografisch interessant sein könnte.

Bei meinem Trip zur Mosel habe ich mich auf den Fluss mit der Burg im Hintergrund konzentriert und nur direkt vom Ufer aus fotografiert.

 

Reichsburg in Cochem / Mosel (Bild: Martin Zorn)
Reichsburg in Cochem / Mosel (Bild: Martin Zorn)

Ich wollte eigentlich vor Sonnenaufgang schon in Cochem am Ufer sein, um möglichst genug Zeit zu haben einen guten Blickwinkel / Motiv zu finden und um interessanteres Licht zu bekommen. Leider war ich fast 20 Minuten nach Sonnenaufgang erst dort und habe den Nebel fast verpasst. Da das Licht aufgrund des schlechten Wetters an diesem Tag eh nicht interessant war, war der verpasste Sonnenaufgang nicht weiter tragisch.

Zu meinem Glück hatten sich noch für wenige Minuten einige Nebelschwaden an der Burg gehalten, so dass ich noch schnell zwei Fotos machen konnte. Das erste Bild war eigentlich ein Testbild mit einer Belichtungszeit von 8 Sekunden (Blende f/13, Graufilter), um die Wirkung der Langzeitbelichtung auf dem Wasser zu prüfen. Nachdem ich dieses erste Bild gemacht habe, bin ich am Wasser entlang etwas weiter Richtung Brücke gelaufen und habe dort einen Anleger entdeckt, der eine interessante Bildkomposition ermöglichte.

Reichsburg in Cochem / Mosel (Bild: Martin Zorn)
Cochem / Mosel (Bild: Martin Zorn)

Ich wollte die am Himmel ziehenden Wolken in einer Langzeitbelichtung mit dem weich gezeichneten Fluss in das Bild bringen.
Da sich die Wolken kaum bewegt haben, musste ich eine sehr lange Belichtungszeit wählen und habe daher für diese Aufnahme meinen 1000x Graufilter* (10 Blendenstufen) genutzt, den ich noch mit einem leichten Grau-Verlaufsfilter* (8x) kombiniert habe, um die Wolken am Himmel schon bei der Aufnahme abzudunkeln (ergibt mehr Spielraum bei der Nachbearbeitung). Zusätzlich habe ich mit Hilfe eines Polfilters* leichte Reflexionen auf dem Anleger vorne im Bild entfernt. Für dieses Bild habe ich also insgesamt drei Filter benutzt, die eine Belichtungszeit von 7 1/2 Minuten bei Blende f/13 ergaben.

Letzte Aktualisierung am 23.07.2018 / Affiliate Links* / Bild: Amazon

 

Für den Vordergrund wählte ich den Anleger, der das Auge beim Betrachten des Bildes grob in die Richtung  der Burg führt und platzierte die schräg verlaufende Fuge vorne im Bild so, dass sie in die linke untere Ecke verläuft. Wer noch nicht mit starken Graufiltern fotografiert hat, sollte bedenken, dass man die Einstellungen an der Kamera (Fokuspunkt, Belichtungseinstellungen, Bildaufbau) natürlich vornehmen muss, wenn die Filter noch nicht montiert sind – schließlich sorgt der Graufilter (je nach Stärke) dafür, dass man im Sucher oder in der Live-View der Kamera nichts mehr erkennen kann. In diesem Fall muss der Fokus auf “Manuell” gestellt werden nachdem man fokussiert hat, damit er sich nicht erneut verstellt, wenn man die Filter dann montiert hat und den Auslöser drückt.

Die korrekte Belichtungszeit bei der Nutzung von Graufiltern berechnet man am einfachsten mit einer Smartphone-App wie zum Beispiel “Photo Pills” (für Android / iOS) oder “ManualExposure” (nur iOS), oder mit Hilfe einer Tabelle, die man zum Beispiel bei graufilter.net findet.

Nach den 7 1/2 Minuten Belichtungszeit wurde das Wetter dann so schlecht (und der Himmel langweilig), dass ich mich auf den Heimweg gemacht habe.

 

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Martin

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Spezialisiert auf Landschaftsfotografie, insbesondere in Skandinavien, Benelux, Deutschland. ->Equipment

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