Nachdem ich beim Tragen des bisherigen Fotorucksacks auf etwas längeren Touren Rückenschmerzen bekam, habe ich mich nach einem neuen Rucksack umgesehen. Der Fotorucksack sollte jedoch nicht nur bequemer sein, sondern auch das Problem lösen, das man an den Inhalt des bisherigen Rucksacks nur kam, wenn man ihn auf das Rückenteil legt – also im Zweifel auf den nassen Boden. Er sollte größer sein, aber trotzdem noch als Handgepäck im Flugzeug durchgehen können – also eine Anforderungen, die ein Wenig Recherche erforderten. Nachdem ich eine Menge Bewertungen gelesen und Youtube-Reviews angesehen habe, entschied ich mich für den “Alta Sky 49” von Vanguard. Bisher kannte ich Vanguard als Marke nur vom Hörensagen, hatte jedoch noch nie ein Produkt von Vanguard in den Händen.

Verarbeitungsqualität & Funktionen

Die Verarbeitung der Nähte und Gurte wirkt hochwertig und die Materialien machen einen sehr stabilen Eindruck. Die Unterseite (also der Boden) des Rucksacks ist aus einer Art gummierten Material hergestellt, das Nässe aus dem Rucksack fernhält, wenn er auf dem Boden steht. Das sonstige Material ist nicht wasserdicht, jedoch hat der Fotorucksack einen integrierten Regenschutz, den man bei Bedarf über den Rucksack ziehen kann. Es gibt außen einige Befestigungsmöglichkeiten und zwei große Außentaschen, in denen auch jeweils eine Getränkeflasche passt. Der Rucksack bietet neben dem sehr großen Hauptfach, das vom Rückenteil her und von oben zugänglich ist, auch ein Fach für ein Tablet oder ein 14-Zoll Notebook.

Eine “Spezialfunktion” des Rucksacks ist die Befestigungsmöglichkeit für ein Stativ, das sich unter einer “Klappe” außen befindet. Wenn man die zwei Befestigungen löst (im Bild rechts ist eine der beiden Haken sichtbar), klappt die Abdeckung nach unten und man kann ein Stativ mittig in einer Schlaufe platzieren und oben durch Gurte am Rucksack befestigen.

Zusätzliche Fächer befinden sich in der großen Klappe oben (ein sehr flaches Fach) und es gibt jeweils ein großes, flaches Reißverschluss-Fach auf der linken und rechten Seite (unter den Seitenfächern für Getränke oder Ähnliches).

Das Hauptfach kann wie bei den meisten Fotorucksäcken durch Klettverschluss-Abtrennungen flexibel eingeteilt werden. Der Rucksack bietet für mich den Vorteil, dass die Kamera mit aufgesetztem 300mm-Tele problemlos untergebracht werden kann, was im bisherigen Rucksack nicht möglich war.

Erfahrungen in der Praxis

Es hat zunächst einige Zeit gedauert, bis ich die für mich richtige Einteilung und Sortierung des Hauptfachs gefunden habe. Bisher hatte ich im alten Rucksack ein vom Hauptfach getrenntes Fach für das gesamte Zubehör wie Filter, Batterien etc., was beim Vanguard Alta Sky anders gelöst werden muss. Es gibt zwar einige Fächer, diese sind aber eher flach und für mein Zubehör eher weniger geeignet. Also habe ich im Hauptfach 3-4 getrennte Bereiche für das Zubehör eingerichtet. Meine großen Filter befinden sich in einer eigenen Tasche von Lowepro, die ich mittig “unter” der Kamera platziert habe – so kann ich die Filter auch von oben aus dem Rucksack nehmen, wenn ich die Kamera bereits herausgenommen habe.

Auf dem Bild unten kann man meine Einteilung und einen Teil der Kamera und Objektive sehen. Folgende Teile befinden sich im gut gepolsterten Hauptfach:

  • Canon DSLR
  • Canon 70-300mm Teleobjektiv
  • Canon 17-40mm Weitwinkelobjektiv
  • Sigma 24mm Weitwinkelobjektiv
  • 2 Sonnenblenden für die Weitwinkel
  • Blasebalg zur Staubentfernung
  • 3 Akkus
  • Stirnlampe + weitere Taschenlampe
  • Lowepro Filtertasche inkl. Halterung
  • 2 Motorola Handfunkgeräte
  • Speicherkarten-Etui für 6 Speicherkarten
  • Dünne Handschuhe

Zusätzlich befinden sich in den flachen Außentaschen noch Kleinteile wie ein Regenschutz für die Kamera, Reinigungstücher und Kabel.

Der Tragekomfort des Rucksacks ist für mich sehr gut – auch wenn er voll beladen ist. Bei längeren Touren spürt man jedoch eine Kante der Rückenpolsterung etwas im Rücken, die etwas abgerundeter sein könnte.

Sehr gut gefällt mir die Möglichkeit, von oben problemlos an die Kamera und die Filtertasche zu kommen ohne das gesamte Rückenteil/Hauptfach öffnen zu müssen. Die optimale Lösung für die Kleinteile im Hauptfach habe ich noch nicht gefunden, da diese manchmal unter den Abtrennungen hervor rutschen – womit ich aber leben kann. Das Fach oben (also dort, wo sich die Kamera befindet) ist sehr groß, die Kamera wirkt dort fast etwas verloren. Man kann das Fach aber prima nutzen, um dort noch eine dünne Jacke oder Ähnliches unterzubringen. Während der letzten Reise auf die Lofoten habe ich dort noch eine Mütze, ein Navi und Handschuhe unterbringen können. Der Rucksack ist als Handgepäck eigentlich etwas zu groß, lässt sich aber noch etwas zusammendrücken und hat bei 4 Flügen bisher keine Probleme gemacht.

Preis und Verfügbarkeit

Der Rucksack ist nicht günstig – bei der guten Verarbeitungsqualität ist der Preis von ca. 200€ jedoch nicht maßlos übertrieben. Der Fotorucksack ist zum Beispiel bei Amazon erhältlich*, weitere Informationen und alle Daten findet man direkt auf der Webseite von Vanguard.

Letzte Aktualisierung am 14.10.2018 / Affiliate Links* / Bild: Amazon

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Martin

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Spezialisiert auf Landschaftsfotografie, insbesondere in Skandinavien, Benelux, Deutschland. ⓘ Equipment