Im Februar haben wir den Fotorucksack Alta Sky 49 von Vanguard in einem Testbericht vorgestellt, in den letzten Wochen haben wir nun den Fotorucksack Fotoliner L von Rollei in der Praxis getestet. Der Rucksack wurde erst vor wenigen Wochen von Rollei auf den Markt gebracht und ist in drei unterschiedlichen Varianten/Größen erhältlich – Als “Fotoliner Sling bag” (für DSLM/Systemkameras), als “Fotoliner M” für eine größere Ausrüstung und als “Fotoliner L” für eine noch größere Ausrüstung.

 

Verarbeitungsqualität & Funktionen

Der Rucksack macht einen stabilen Eindruck und die Nähte wirken gut verarbeitet. Mit 33 x 22 x 56,5cm wirkt der Fotorucksack zwar kompakt, ist aber wie auch der Alta Sky 49 von Vanguard eigentlich etwas zu groß (1-2cm) für das erlaubte Handgepäck bei den meisten Fluggesellschaften. In der Praxis sollte dies aber kein Problem sein, da man den Rucksack ja etwas zusammendrücken kann. Der Rucksack wiegt leer 1,78kg, ist also etwas leichter als der Rucksack von Vanguard (1,99kg). Wer ganz sicher gehen möchte, findet mit der kleineren Variante “Fotoliner M” (ca. 99€ bei Amazon*) einen etwas kompakteren Rucksack, der auf jeden Fall als Handgepäck im Flugzeug erlaubt ist.

Das Hauptfach des Fotorucksacks kann wie üblich durch gepolsterte Klettverschluss-Abtrennungen flexibel eingeteilt werden und sollte ausreichend Platz für die Ausrüstung bieten. Eines der so eingeteilten Fächer bietet Platz für eine große DSLR-Kamera mit aufgesetztem Objektiv, jedoch reicht der Platz nicht für ein größeres, aufgesetztes Teleobjektiv. Die Kamera kann in diesem Fach über den seitlichen Schnellzugriff des Rucksacks entnommen werden, was sehr praktisch ist.

Wie bei vielen Fotorucksäcken ist der Zugriff auf den gesamten Inhalt des Rucksacks auch hier über das Rückenteil möglich – man legt den Rucksack also auf die Rückseite und öffnet den (wasserdichten) Reissverschluss am Rückenteil. Es gibt auch Rucksäcke, die man auf das Rückenteil legen muss, was bei Nässe nicht optimal ist (-> nasser Rücken), das ist hier jedoch gut gelöst. Die Unterseite des Rucksacks ist zudem aus einem gummierten, robusteren Material gefertigt und so leicht zu reinigen.

Neben dem Hauptfach mit dem Schnellzugriff und der flexiblen Einteilung gibt es weitere, vom Hauptfach getrennte Fächer. Das Fach für ein Notebook/Tablet (bis 13 Zoll) befindet sich zusammen mit einer weiteren flachen Netz-Abtrennung im Hauptfach, ein weiteres großes (flaches) Fach befindet sich an der Rückseite außen. Hier ist Platz für Zubehör, Dokumente und einige Kleinteile. Eine seitliche Netz-Tasche bietet außen Platz für z.B. eine Trinkflasche, während zwei kleine weitere Reissverschluss-Taschen auf dem abnehmbaren Beckengurt Platz für zum Beispiel Bargeld/Kreditkarte oder andere flache Teile bieten.

Ein Stativ kann außen am Rucksack mittig befestigt werden, das dann durch einen einstellbaren Gurt und eine ausklappbare, kleine Tasche im unteren Bereich gut fixiert werden kann.
Wenn kein Stativ am Rucksack befestigt werden soll kann diese zusätzliche kleine Tasche im Rucksack verstaut werden und ist somit nicht mehr sichtbar.

Rollei Fotoliner L mit Stativ
Rollei Fotoliner L mit Stativ

Erfahrungen in der Praxis

Zunächst habe ich die Einteilung des Rucksacks etwas an meine Bedürfnisse angepasst, wobei hier nicht viel zu tun war – die Aufteilung sollte eigentlich soweit schon passen. Die DSLR habe ich mit dem von mir am häufigsten genutzten Objektiv (Canon 17-40mm f/4 L) im Bereich für den Schnellzugriff von Außen untergebracht. Weitere Objektive und Zubehör finden in den anderen Fächern ihren Platz und sind dort gut gepolstert.

Folgende Ausrüstungsteile hatte ich auf Ausflügen im Rollei Fotoliner L untergebracht – es war aber noch Platz für mehr Kleinteile und ein Objektiv:

  • Canon 5D Mark IV DSLR
  • Canon 70-300mm Teleobjektiv
  • Canon 17-40mm Weitwinkelobjektiv
  • Sigma 24mm Weitwinkelobjektiv
  • 3 Akkus
  • Stirnlampe + weitere Taschenlampe
  • Lowepro Filtertasche inkl. Halterung
  • 2 Motorola Handfunkgeräte
  • Speicherkarten-Etui für 6 Speicherkarten
Rollei Fotoliner L Fotorucksack mit Ausrüstung
Rollei Fotoliner L Fotorucksack mit Ausrüstung

Der Rucksack ist wirklich angenehm zu tragen, hier war ich sehr positiv überrascht. Das Rückenteil ist gut gepolstert und etwas “belüftet”, hat jedoch mehr Auflagefläche am Rücken als der Vanguard Alta Sky. Vorteil beim Rucksack von Rollei: Es gibt keine “Kante” an den Rückenpolstern wie beim Vanguard (-> unser Testbericht), die bei längeren Touren etwas störend sein kann. Auch der Fotorucksack von Rollei lässt sich an einem Trolley befestigen, der Gurt befindet sich jedoch auf der Rückseite und kann bei Bedarf über das Rückenteil gelegt werden.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Sehr guter Tragekomfort
  • Gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • Seitlicher Schnellzugriff für die Kamera
  • Wasserdichte Reissverschlüsse + Regenschutz für den Rucksack ist dabei (Fach im Boden)
  • Abnehmbarer Beckengurt

Nachteile

  • Mit aufgesetztem 300mm-Teleobjektiv passt die Kamera nicht (sinnvoll) in das Fach für den seitlichen Schnellzugriff

Fazit zum Rollei “Fotoliner L” Fotorucksack

Das Preis/Leistungsverhältnis stimmt bei diesem Fotorucksack: Die Verarbeitung ist dem Preis angemessen und der Rucksack bietet durchdachte Details, wie zum Beispiel die abnehmbaren Beckengurte, die ich so noch an keinem Fotorucksack gesehen habe. Auch die wasserdichten Reißverschlüsse, die mittig platzierte Tragelösung für ein Stativ und der (zumindest für mich) sehr gute Tragekomfort sind bei diesem Rucksack hervorzuheben. Optisch wirkt der Rucksack im direkten Vergleich nicht ganz so hochwertig wie der von uns getestete Vanguard Alta Sky 49 – allerdings ist dieser teurer und hat z.B. keinen abnehmbaren Beckengurt.

Preis und Verfügbarkeit

Der Fotorucksack ist bei Amazon zum Preis von ca. 130€ erhältlich*, weitere Informationen und alle Daten findet man direkt auf der Webseite von Rollei.

Letzte Aktualisierung am 18.04.2020 / Affiliate Links* / Bild: Amazon

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Autor

Martin

Martin

Spezialisiert auf Landschaftsfotografie, insbesondere in Skandinavien, Benelux, Deutschland.

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