Im Sommer 2017 haben meine Frau und ich die Färöer-Inseln zum ersten Mal besucht und haben dort eine Woche verbracht. In diesem Artikel geben wir Tipps für eine Fotoreise auf die Färöer-Inseln und beschreiben unsere Lieblings-Spots zum Fotografieren.

Allgemeine Informationen über die Färöer-Inseln

Die Färöer bestehen aus 18 Inseln, die fast alle permanent bewohnt werden. Die schroffe Landschaft der Färöer ist vulkanischen Ursprungs und wurde durch die Gletscher der letzten Eiszeit geprägt. Bäume findet man auf den Färöer-Inseln so gut wie gar nicht, dafür aber spektakuläre Steilküsten, Fjorde und Wasserfälle.

Die größeren Inseln sind mittlerweile direkt mit dem Auto durch Tunnel und Brücken erreichbar – der kleine Ort Gásadalur jedoch zum Beispiel erst seit 2003, als der Gásadalstunnel für Fußgänger eröffnet wurde und 2 Jahre später auch für den allgemeinen Autoverkehr freigegeben wurde. Bis dahin konnte der Ort nur zu Fuß ( 2 1/2 Stunden Wanderung) oder später per Hubschrauber erreicht werden. Die schroffe Landschaft der Färöer ist vulkanischen Ursprungs und wurde durch die Gletscher der letzten Eiszeit geprägt.

Straße auf den Färöer-Inseln
Straße auf den Färöer-Inseln

Die Straßen auf den Färöern sind insgesamt gut ausgebaut, aber häufig sehr schmal. Während unseres nur einwöchigen Aufenthalts haben wir knapp 1000 km mit dem Mietwagen zurückgelegt, was natürlich nicht an der Größe der Inseln gelegen hat, sondern daran, dass wir viele Orte mehrmals angefahren haben, um das passende Licht für meine Bilder zu erwischen.

Die Färinger (oder auch Färöer, wie die 50.000 Einwohner auch genannt werden) habe ich als unglaublich freundlich und offen kennengelernt. Man spricht meist überall sehr gutes Englisch oder sogar etwas Deutsch.

Anreise auf die Färöer

Von Deutschland aus gibt es, soweit mir bekannt ist, keine Direktflüge auf die Färöer-Inseln. Wir sind von Düsseldorf aus mit der Fluggesellschaft SAS nach Kopenhagen/Dänemark geflogen und von dort aus weiter auf die Färöer. Die Flugzeit von Kopenhagen bis auf die Färöer (Flughafen Vágar, “FAE”) beträgt ca. 2 Stunden (Andere Zeitzone GMT+1 der Färöer beachten), Kopenhagen erreicht man in 1 Stunde von Düsseldorf aus. Die Umsteigezeiten in Kopenhagen sind bei vielen Flügen nur 40-60 Minuten, was bei unseren Flügen Richtung Norden (Island, Norwegen, Färöer) aber immer völlig ausreichend war, da man das entsprechende Abflug-Gate in Kopenhagen sehr schnell erreichen kann.

Flüge von Düsseldorf aus auf die Färöer-Inseln und zurück kosten für 2 Personen bei SAS (-> Webseite: https://www.flysas.com/de/de) etwa 600-800€.

Eine Alternative zu den Flügen ist vielleicht noch die Fährverbindung von Dänemark (Hirtshals) aus, die auf ihrem Weg nach Island und zurück einen Zwischenstopp auf den Färöer-Inseln einlegt. Wenn man also eh auf dem Weg nach Island ist, könnte man einige Tage Zwischenstopp auf den Färöer-Inseln einlegen.

Auf den Färöer-Inseln gibt es Buslinien (-> Fahrpläne: http://www.ssl.fo/en), für eine Fotoreise empfiehlt es sich natürlich eher ein Auto zu mieten. Es gibt verschiedene Mietwagen-Anbieter direkt am Flughafen Vágar (z.B. Sixt, Avis, Europcar, Hertz), man sollte jedoch unbedingt ein Auto lange im Voraus buchen. In den letzten Jahren hat der Tourismus auf den Färöer-Inseln stark zugenommen und Mietwagen sind im Sommer teilweise komplett ausgebucht.

Ein Tipp: Zwar sind die Färöer-Inseln was die Straßen angeht sehr überschaubar und man verfährt sich eigentlich nicht – wenn man denn eine Karte dabei hat. Es gibt soweit mir bekannt ist keine Karten für Navigationsgeräte – weder Tomtom noch das eingebaute Navi im Mietwagen kannte die Straßen auf den Färöer-Inseln. Über Google Maps kann man navigieren, hier ist nur zu beachten, das die Färöer nicht zur EU gehören und somit teure Roaming-Preise für Datenverbindungen/Telefon gelten. Man sollte sich also die Google Maps-Karte vor dem Urlaub auf das Gerät herunterladen (“Offline-Karte”) und kann dann offline mit Google Maps navigieren.

Unterkünfte

Was für die Mietwagen gilt, gilt auch für die Unterkünfte – unbedingt im Voraus buchen. Es empfiehlt sich eine Unterkunft auf den Haupt-Inseln Streymoy oder Eysturoy zu buchen, da die Tunnel auf die Inseln Vágar im Süden und Borðoy im Norden mautpflichtig sind.

Es gibt einige Hotels und Apartments, wir haben für unseren Aufenthalt ein Ferienhaus bei AirBnB gebucht.

Reisezeit, Wetter und Kleidung

Die Färöer-Inseln liegen auf 62° nördlicher Breite – dennoch ist das Klima Dank des Golfstroms, so wie auch an der Westküste von Norwegen, relativ mild. Die durchschnittliche Temperatur beträgt im Sommer etwa 13 Grad, im Winter 3 Grad. Im Sommer sind die Tage sehr lang und hell – Zur Mittsommernacht Ende Juni geht die Sonne fast gar nicht unter. Eine Reise im Sommer bietet noch das angenehmste Wetter – im Herbst und Winter wird es dann noch stürmischer und ungemütlicher.

Der Wind kann auf den Färöer-Inseln auch im Sommer sehr stark (und kalt) sein. Spätestens wenn es dann zusätzlich noch regnet, benötigt man eine gute Regenjacke und für Wandertouren einen Regenschutz für den (Foto-) Rucksack. Der Kleidungshersteller Fjellräven bietet gute Outdoor-Hosen und Jacken, die leider nicht ganz billig aber sehr robust sind (-> Übersicht bei Amazon*).

Foto-Ausrüstung

Auf den Färöer-Inseln gibt es zahlreiche Landschaftsmotive, aber es lassen sich auch Tiere (Vögel) fotografieren – insbesondere sind die Papageitaucher ein beliebtes Motiv. In einem eigenen Artikel gebe ich Tipps zum Fotografieren von Papageitauchern und nenne Beispiele für geeignete (und noch einigermaßen bezahlbare) Objektive.

Für die Landschaftsfotografie sollte man natürlich ein gutes Weitwinkel-Objektiv in den Rucksack packen – da ich mit Canon-Kameras fotografiere, sind meine Landschaftsbilder mit dem Weitwinkel-Objektiv EF 17-40mm/1:4,0 L von Canon entstanden (ca. 670€ bei Amazon*). Bei Landschaftsfotografen ist auch das Canon 16-35 mm 1:4 L beliebt, das jedoch preislich schon bei fast 1000€ liegt (ca. 970€ bei Amazon*). Für Nikon-Fotografen empfiehlt sich z.B. das Nikkor 16-35mm 1:4G ED VR Objektiv (ca. 1155€ bei Amazon*). Für Sony E-Mount, Canon M, Fuji X und Samsung NX gibt es das günstige (manuelle) Samyang 12mm/2,0 Objektiv, das schon für etwa 300€ erhältlich ist (aktuell ca. 308€ bei Amazon*).

Sigma bietet mit der “Art”-Reihe (Übersicht bei Amazon*) ebenfalls sehr hochwertige Objektive für Canon, Nikon und Sigma-Kameras an.

Da viele interessante Motive und Orte auf den Färöer-Inseln nur zu Fuß direkt erreichbar sind, sollte ein guter, bequemer Rucksack nicht fehlen. Leider habe ich den Fehler gemacht und meinen unbequemen alten Rucksack erneut genutzt, was bei längeren Touren dann sehr unangenehm wurde. Aktuell nutze ich den Vanguard ALTA SKY 49, der in unterschiedlichen Größen erhältlich ist (-> Testbericht). Wer Langzeitbelichtungen machen möchte, sollte natürlich auch ein Stativ einpacken.

Letzte Aktualisierung am 10.05.2019 / Affiliate Links* / Bild: Amazon

Fotospots auf den Färöer-Inseln finden

Für Landschafts- und Naturfotografen sind die Färöer-Inseln ein Traum: Die Landschaft ist spektakulär, vor allem das sich sehr schnell ändernde Wetter schafft tolle Lichtsituationen und man findet zahlreiche Motive an den Küsten.

  • Gásadalur – Wasserfall Mulafossur
    -> Ort bei Google Maps

    Wasserfall bei Gásadalur
    Wasserfall bei Gásadalur

    Eines der bekanntesten Motive auf den Färöer-Inseln ist sicherlich die Steilklippe mit Wasserfall am kleinen Ort Gásadalur auf der Insel Vágar, nicht weit vom Flughafen entfernt.
    Man erreicht den Aussichtspunkt gut mit dem Auto, dass man neben der Straße parken kann (wenige Parkmöglichkeiten). Ein kleiner Weg führt dann zum eigentlich Aussichtspunkt, von dem aus man den Wasserfall fotografieren kann.

  • Sørvágsvatn – Steilklippen
    -> Ort bei Google Maps
    Auch die Steilklippen am See Sørvágsvatn sind sehr bekannt. Man erreicht die Klippen zu Fuß über Trampelpfade in ca. 45 Minuten vom Parkplatz aus, eine Wegbeschreibung gibt es bei visitfaroeislands.com.
  • Viðareiði (Viderejde) – Kirche und Küstenlandschaft
    -> Ort bei Google Maps

    Der kleine Ort Viðareiði liegt auf einer der nördlichen Inseln der Färöer und ist direkt mit dem Auto ohne Fähre erreichbar. Um zur Kirche zu gelangen, fährt man direkt im Ort die erste Straße links bis ganz zum Ende.

  • Hellur – Fjordlandschaft
    -> Ort bei Google Maps

    Der winzige Ort Hellur/Hellurnar (26 Einwohner) liegt auf der Hauptinsel Eysturoy am Ende einer kleinen Straße. Folgt man der Straße bis zum Schluss kann man das Auto an einem Anleger parken und ist direkt am Wasser.

  • Gjógv – Steilklippen und Küstenlandschaft
    -> Ort bei Google Maps

    Gjógv liegt auch auf der Insel Eysturoy und ist ebenfalls einfach mit dem Auto erreichbar. Der Ort ist recht bekannt, da der Bootsanleger des kleinen Ortes nur durch eine sehr schmale Schlucht erreichbar ist, was auch fotografisch interessant sein kann. Man kann vom Parkplatz aus außerdem zu den Steilklippen oberhalb des Ortes wandern.

  • Saksun – Kirche und Fjord
    -> Ort bei Google Maps

    Saksun liegt auf der Hauptinsel Streymoy im Norden am Ende der Straße 53. Der Ort ist sehr bekannt und sicherlich einer der meist fotografierten Orte auf den Färöer-Inseln. Man kann direkt an der Kirche parken und von dort aus den Ort und die Umgebung erkunden.

  • Insel Kalsoy – Leuchtturm und Steilklippen
    -> Ort bei Google Maps
    Die Insel Kalsoy erreicht man mit dem Auto per Fähre von Klaksvik aus (Fähre von Klaksvík nach Syðradalur auf Kalsoy). Der Leuchtturm Kallur befindet sich ganz im Norden der Insel und kann nur zu Fuß erreicht werden. Die Wanderung startet man am Ort Trøllanes, der ganz am Ende der einzigen Straße liegt.
    Die Fährverbindungen und Ticket-Preise/Buchung kann man hier einsehen: http://www.ssl.fo/en/home/
  • Insel Mykines – Papageitaucher
    -> Ort bei Google Maps

    Die Insel ist nur mit einem kleinen Schiff (ohne Auto) von Sørvágur aus erreichbar. Touristen müssen eine Gebühr zahlen – Mehr Informationen und Ticket-Buchung für die Fähre: http://en.mykines.fo. Der kleine Ort auf der Insel Mykines ist der Ausgangspunkt für eine kleine Wanderung auf die Vogelklippen oberhalb des Ortes. Der steile Trampelpfad befindet sich nach der Ankunft links vom Ort und kann aufgrund der vielen Besucher kaum übersehen werden.

    Es gibt an den meisten Tagen nur morgens eine Fahrt mit dem Schiff nach Mykines und am späten Nachmittag eine Tour zurück – hier sollte man unbedingt länger im Voraus buchen. Da das Wetter oft sehr stürmisch ist kommt es vor, dass Fahrten aufgrund des hohen Seegangs ausfallen. Ein richtiges Hotel gibt es auf Mykines nicht, es gibt jedoch das Gästehaus “Kristianshús”.
    Alternativ kann man vom Flughafen aus auch einen Flug mit dem Helikopter buchen, der jedoch zeitweise für Touristen wohl gar nicht oder nur sehr begrenzt buchbar ist.

Letzte Aktualisierung am 10.05.2019 / Affiliate Links* / Bild: Amazon

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Autor

Martin

Martin

Spezialisiert auf Landschaftsfotografie, insbesondere in Skandinavien, Benelux, Deutschland.

2 Kommentare

  1. 25. Februar 2019 at 15:06 — Antworten

    Vielen, vielen Dank für diesen tollen und informativen Beitrag.
    Für mich geht es Mitte März das allererste Mal auf die Färöer und da kommen mir deine Tipps natürlich gerade recht. Ich bin schon sehr gespannt :)

  2. 9. März 2019 at 14:15 — Antworten

    Danke für deine tollen Hinweise. Ich werde im Herbst die Faröer Inseln mit meinem Camper Van bereisen und hoffe viele interessante Fotospots zu sehen.

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